Was ist das Open Catalog Interface 4.0?
Die Version OCI 4.0 ist ein etablierter Standard für den elektronischen Katalogdatenaustausch. Der Standard wurde maßgeblich von SAP geprägt und ist in der B2B-Beschaffung weit verbreitet. Die Technologie automatisiert die fehlerfreie Übertragung des gefüllten Warenkorbs zurück in das eigene Beschaffungssystem.
Mit diesem Protokoll wechseln Einkäufer im B2B-E-Commerce ohne Medienbruch aus ihrem Einkaufssystem in den Katalog eines Lieferanten. Ein solcher OCI PunchOut ist der direkte Zugriff aus dem Beschaffungssystem auf den externen Produktkatalog.
Wenn der Benutzer seine Produktauswahl beendet, überträgt das Protokoll der OCI-Schnittstelle (Katalogdatenschnittstelle) den gefüllten Warenkorb automatisch und auf direktem Weg zurück ins Warenwirtschaftssystem.
Eine Firma reduziert durch die Nutzung der Schnittstelle manuelle Übertragungsfehler, verhindert Maverick Buying und bringt Transparenz und Kontrolle in den gesamten Einkaufsprozess.
OCI 4.0 erfolgreich in Ihre Systemlandschaft integrieren
OCI 4.0 bringt mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit in den Einkauf. Die Software Primus PunchOut übernimmt diese komplexe IT-Konfiguration vollständig für Sie. Sie generieren Ihre universelle OCI-Schnittstelle vollautomatisch in 30 Sekunden – ganz ohne eigene IT-Ressourcen.
OCI 3.0 vs. OCI 4.0 – Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich
Unternehmen sollten auf OCI 4.0 umstellen, wenn sie detaillierte Produktdaten wie Bilder oder technische Spezifikationen direkt in ihr ERP-System übertragen möchten. Die Weiterentwicklung OCI 4.0 unterstützt erweiterte Datenstrukturen und kundenindividuelle Zusatzfelder. Unternehmen, die SAP-basierte Beschaffungssysteme nutzen und detaillierte Artikeldaten übertragen müssen, sollten auf OCI 4.0 umstellen.
Unterschied OCI 3.0 und OCI 4.0
| Technisches Merkmal | OCI 3.0 | OCI 4.0 |
|---|---|---|
| Datenübertragung | Basis-Artikelinformationen | Erweiterte Datenstrukturen (Bilder, technische Spezifikationen, Beschreibungen) |
| Erweiterbarkeit | Stark begrenzt | Hohe Anpassbarkeit – Kataloge lassen sich aktualisieren ohne Kompatibilitätsverlust |
| Sicherheit | Basis-Sicherheit | Fortschrittliche Sicherheitsstandards und Verschlüsselung |
| Plattform-Support | Primär Desktop / On-Premise | Volle Unterstützung für Cloud-Integration und mobile Endgeräte |
OCI 4.0 fixiert als zentrales Werkzeug die verbesserte Interoperabilität zwischen einer Vielzahl an E-Procurement-Plattformen und Lieferantenkatalogen.
Veraltete OCI-3. 0-Anbindung stößt bei modernen B2B-Anforderungen schnell an technische Grenzen, da sie detaillierte Artikelhierarchien nicht abbilden kann. OCI 4.0 bietet hier wesentlich mehr Möglichkeiten für eine Integration und erleichtert die Kommunikation.
Lieferanten können ihre Kataloge flexibel erweitern, ohne die Kompatibilität zu den Kundensystemen zu gefährden.
Für Anforderungen jenseits des klassischen Punchout kommen ergänzende Standards wie PEPPOL oder EDI zum Einsatz.
Welche Vorteile bietet OCI 4.0 für Unternehmen?
OCI 4.0 verbindet ERP-System und Lieferantenkatalog direkt. Der Einkäufer wählt Produkte im Lieferantenshop aus. Der gefüllte Warenkorb landet automatisch im Warenwirtschaftssystem. Manuelle Eingaben entfallen. Übertragungsfehler sind damit ausgeschlossen. Einkäufer bleiben dabei in ihren vertrauten Freigabeprozessen. Ein Kauf bei nicht freigegebenen Lieferanten ist im System nicht möglich.
- Fehlerfreie Datenübertragung: Die automatische Warenkorbübergabe schließt die häufigsten Fehlerquellen manueller Bestellungen aus: falsche Artikelnummern, Preisabweichungen, vergessene Pflichtfelder.
- Prozess-Compliance: Einkäufer bestellen direkt aus dem eigenen ERP heraus, interne Freigabeprozesse und Budgetgrenzen bleiben vollständig erhalten. Laut The Hackett Group verlieren Unternehmen ohne strukturierte Katalogprozesse 10–20% ihrer verhandelten Einsparungsziele durch Maverick Buying.
- Geringerer Schulungsaufwand: Der medienbruchfreie Zugriff aus der gewohnten ERP-Oberfläche minimiert den Einarbeitungsaufwand für neue Mitarbeiter, denn separates Login und Systemwechsel entfallen.
- Reichhaltigere Produktdaten: OCI 4.0 überträgt Produktinformationen wie Bilder, technische Spezifikationen vom Hersteller und kundenindividuelle Preise direkt ins ERP. OCI 3.0 beschränkt sich auf Basisfelder.
- Cloud- und Mobile-tauglich: Einkäufer können von jedem Gerät auf Lieferantenkataloge zugreifen. OCI 3.0 war auf Desktop- und On-Premise-Umgebungen ausgelegt.
Auf Lieferantenseite sieht der Vorteil konkret so aus: Preise, Verfügbarkeiten und neue Artikel für das gesamte Sortiment werden einmal im eigenen System gepflegt und stehen allen Kunden sofort zur Verfügung. Diese Optimierung der Datenpflege steigert die Effizienz und beeinflusst den geschäftlichen Erfolg.
Für Einkäufer bedeutet OCI 4.0 vor allem eines: Der Bestellprozess beschleunigt sich, da sie beim Bestellen stets tatsächliche Vertragspreise und aktuelle Lagerbestände sehen.
Wie funktioniert OCI 4.0 in der Praxis?
OCI 4.0 automatisiert komplexe Beschaffungsprozesse im B2B-Umfeld. Lieferanten binden ihre digitalen Kataloge direkt an die Systeme ihrer Kunden an. Einkäufer greifen dadurch in Echtzeit auf individuelle Konditionen und aktuelle Verfügbarkeiten zu.
Aus Sicht des Lieferanten
Unternehmen, die Katalogdaten an mehrere Kundensysteme gleichzeitig liefern, pflegen ihre Produktdaten einmal zentral. Alle angebundenen Einkaufsplattformen greifen per PunchOut auf denselben, stets aktuellen Katalog zu – aufwändige Einzelexporte oder dezentrale Excel-Listen entfallen.
Aus Sicht des Einkäufers
Bei wiederkehrenden Bestellungen, etwa von C-Teilen oder Verbrauchsmaterial, ersetzt der Prozess die manuelle Dateneingabe vollständig. Der Einkäufer wechselt direkt aus seinem ERP in den Lieferantenkatalog und nutzt dort eine integrierte Suche zur Artikelauswahl. Mit einem Klick überträgt das System den Warenkorb fehlerfrei zurück.
OCI PunchOut – wie das Protokoll und der Prozess zusammenspielen
OCI ist das technische Protokoll. OCI definiert, welche Parameter übertragen werden und wie die Verbindung zwischen ERP und Lieferantenshop aufgebaut wird.
PunchOut ist der Prozess: der Vorgang, bei dem ein Einkäufer aus seinem Beschaffungssystem herausspringt, im externen Katalog einkauft und den gefüllten Warenkorb automatisch zurückträgt.
Beide greifen direkt ineinander – OCI ist das Transportmittel, PunchOut ist der Ablauf, den es ermöglicht.
OCI 4.0 implementieren – Schritt für Schritt
- Systemcheck (Ist-Analyse): Prüfung der Kompatibilität des bestehenden ERP-Systems (z. B. SAP SRM – Supplier Relationship Management – oder S/4HANA) und der Katalog-Software des Lieferanten.
- Parameter-Definition: Konfiguration der Call-Struktur. Dies umfasst zwingende URL-Parameter wie USERNAME, PASSWORD und die HOOK_URL als Rücksprungadresse.
- Feld-Mapping: Zuweisung der externen Katalogdaten (wie Preis, Menge und Einheit) zu den internen ERP-Feldern.
- Testphase (Sandbox): Simulation von PunchOut-Vorgängen in einer sicheren Umgebung, um die fehlerfreie Übertragung von Produktdaten und Klassifikationen zu validieren.
- Rollout & Go-Live: Freischaltung der Schnittstelle für die Einkäufer und kurze Einweisung in den medienbruchfreien Ablauf. Eine technische Integrationsdokumentation wird oft als PDF bereitgestellt.
OCI 4.0 einrichten – ohne eigene IT
Die Einrichtung einer OCI-Schnittstelle ist technisch genau, aber kein Projekt, das eigene IT-Ressourcen binden muss. Primus PunchOut übernimmt die vollständige Konfiguration: von der Parameter-Definition bis zum Go-Live.
Sie testen 14 Tage kostenlos und sehen, wie schnell eine OCI-4.0-Anbindung produktiv geht.
Häufig gestellte Fragen zu OCI 4.0 (FAQ)
Was ist OCI 4.0?
OCI 4.0 ist eine von SAP geprägte Spezifikationsversion des Open Catalog Interface. Das Protokoll standardisiert den Austausch von Katalogdaten zwischen ERP-Systemen und externen Lieferanten-Shops.
Was ist der Unterschied zwischen OCI 3.0 und OCI 4.0?
Der Unterschied liegt in der Integrationstiefe. Die Version OCI 4.0 unterstützt die Übertragung erweiterter Datenstrukturen wie Produktbilder und kundenindividueller Zusatzfelder.
Ist OCI 4.0 abwärtskompatibel zu 3.0?
OCI 4.0 ist nicht vollständig abwärtskompatibel zu OCI 3.0. Systeme, die ausschließlich OCI 3.0 unterstützen, können die erweiterten Datenstrukturen von OCI 4.0 nicht verarbeiten. Für eine reibungslose Migration sollten beide Seiten – ERP-System und Lieferantenkatalog – auf OCI 4.0 vorbereitet sein.
Wer sollte auf OCI 4.0 umstellen?
Der Standard OCI 4.0 bedient primär Unternehmen mit SAP-basierten Beschaffungssystemen. Diese Technologie überträgt detaillierte Artikeldaten fehlerfrei in der B2B-Beschaffung. Für komplexere Datenreplikationen und JSON-Mass-Uploads existiert mittlerweile die Version OCI 5.0.
Welche ERP-Systeme unterstützen OCI 4.0?
OCI 4.0 wird von den gängigen SAP-Systemen unterstützt, darunter SAP SRM, SAP S/4HANA und SAP Ariba. Auch viele andere eProcurement-Plattformen und Warenwirtschaftssysteme implementieren den Standard. Ob ein konkretes System OCI 4.0 unterstützt, lässt sich über die Systemdokumentation des jeweiligen Herstellers prüfen.
Was kostet die Implementierung?
Die Kosten hängen vom gewählten Ansatz ab. Eine eigenständige IT-Implementierung erfordert interne oder externe Entwicklungsressourcen und variiert stark je nach ERP-System und Anzahl der anzubindenden Lieferanten. Lösungen wie Primus PunchOut übernehmen die technische Konfiguration vollständig – ohne eigene Entwicklungskosten.
Was ist der Unterschied zwischen OCI und Punchout?
OCI ist das technische Protokoll – es definiert, wie Daten zwischen ERP-System und Lieferantenshop übertragen werden. PunchOut ist der Prozess: der Vorgang, bei dem ein Einkäufer aus seinem Beschaffungssystem heraus in einen externen Katalog wechselt und den Warenkorb zurückträgt. OCI ist das Transportmittel, PunchOut ist der Ablauf.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Eine Standard-OCI-4.0-Implementierung dauert in der Regel ein bis drei Wochen – abhängig von der Komplexität des ERP-Systems und der Anzahl der anzubindenden Lieferanten. Mit einer vorkonfigurierten Lösung wie Primus PunchOut reduziert sich der technische Einrichtungsaufwand erheblich.
Brauche ich eigene IT-Ressourcen?
Bei einer klassischen Eigenimplementierung ja – die Konfiguration von URL-Parametern, Feld-Mapping und Sandbox-Tests erfordert technisches Know-how. Wer keine IT-Ressourcen binden möchte, kann auf spezialisierte Software zurückgreifen, die diese Schritte vollständig übernimmt.
OCI oder cXML – welcher Standard passt für Ihr Unternehmen?
OCI und cXML sind die zwei verbreitetsten Standards für den elektronischen Katalogdatenaustausch im B2B-Einkauf. OCI überträgt Bestelldaten per HTTP-POST mit exakt definierten URL-Parametern – die Implementierung ist schnell und die Fehlersuche einfach. cXML nutzt XML-Dokumente und bietet mehr Flexibilität bei komplexen Prozessen, erfordert dafür aber einen höheren Implementierungsaufwand.
| Merkmal | OCI | cXML |
|---|---|---|
| Übertragungsformat | HTTP-POST mit URL-Parametern | XML-Dokumente |
| Implementierungsaufwand | Gering – schnelle Einrichtung | Höher – komplexere Konfiguration |
| Fehlersuche | Einfach – klare Parameterstruktur | Aufwändiger – verschachtelte XML-Strukturen |
| Flexibilität bei Prozessen | Standardisiert, fokussiert | Höher – unterstützt komplexere Workflows |
| Verbreitung | Weit verbreitet, besonders SAP-Umgebungen | Weit verbreitet, besonders Ariba/cXML-Ökosystem |
| Typische Umgebung | SAP SRM, S/4HANA, ERP-Systeme | SAP Ariba, Coupa, andere eProcurement-Plattformen |
Die Wahl zwischen OCI und cXML hängt vor allem vom Ökosystem der Einkaufsplattform ab. Wer primär in SAP-Umgebungen arbeitet, wird OCI in der Regel bevorzugen – der Standard ist dort nativ verankert und gut dokumentiert.
Viele moderne eProcurement-Plattformen (bspw. Unite Mercateo) unterstützen heute beide Standards, sodass Lieferanten je nach Kundenanforderung flexibel wählen können.
Unternehmen, die komplexere Bestellprozesse mit mehrstufigen Genehmigungen oder erweiterten Lieferketten-Workflows abbilden müssen, greifen eher auf cXML zurück.
OCI 4.0 mit Primus PunchOut umsetzen
Primus PunchOut ist eine spezialisierte Softwarelösung für die OCI-4.0-Anbindung im B2B-Einkauf. Die Software übernimmt die technische Konfiguration der Schnittstelle vollständig – von der Parameter-Definition über das Feld-Mapping bis zum Go-Live. Lieferanten binden damit ihre Produktkataloge medienbruchfrei an die ERP-Systeme ihrer Kunden an.


